2022 Online-Workshopreihe #RewiMatters – Chancen und Herausforderungen religionswissenschaftlichen Wissens- und Kompetenztransfers

Planungsgruppe: Katharina Neef (Universität Leipzig), Evelyn Reuter, Timoteus Rzepka, Michael A. Schmiedel (Universität Bielefeld), Petra Tillessen (Universität Bonn)


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Studierende der Religionswissenschaft lernen vom ersten Semester an, dass sie keine Theologie studieren. Diese Feststellung dient wie kaum eine andere der Profilbildung der Religionswissenschaft. Was aber machen Religionswissenschaftler:innen, wenn es sie beruflich in eine Anstellung in einer theologischen Einrichtung verschlägt? Leben sie ständig mit der Frage „How to be an Alien?“ und betonen sie ohne Unterlass, sich verlaufen zu haben und wieder nach Hause zu wollen? Oder leben sie sich ein, integrieren sich, ohne sich zu assimilieren, finden Heimat bei den Kolleg:innen und Studierenden dieses anderen Faches, das sich mit Religion aus der so genannten Innenperspektive beschäftigt? Die Referent:innen geben Einblick in ihre Erfahrungen als Religionswissenschaftler:innen in eben solchen Anstellungsverhältnissen und bittet auch Fachkolleg:innen dazu, die in je eigenen Kontexten im Rahmen der einen oder anderen Theologie arbeiten. Sie gehen der Frage nach, wie die eigene Fachidentität in einer solchen Beziehung gelebt werden kann, ob sie in Gefahr läuft, verloren zu gehen oder aber sich abgrenzend zu verhärten. Ein zweiter Schwerpunkt des Fachgesprächs konzentriert sich auf den Umgang mit theologischen Aufgaben, die an Religionswissenschaftler:innen in theologischen Kontexten herangetragen werden, zum Beispiel wie Theologiestudierenden Religionswissenschaft vermittelt werden kann. Und wenn man eventuell so richtig in die Innenperspektive eingetaucht ist, wie findet man wieder heraus? In der Diskussion sind alle herzlich eingeladen, verschiedene Erfahrungen und Meinungen dazu auszutauschen.

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Welche Rolle spielt „die Religionswissenschaft“ im medialen Diskurs – und welche Rolle könnte sie spielen, wenn sie ihre Potentiale nutzen würde? Fehlt dem Fach, um medial durchzudringen, eine klare Identität, ein einheitliches Selbstverständnis, ein Alleinstellungsmerkmal? Vielleicht auch der Wille zur Öffentlichkeit? Haben andere Akteur*innen im Religionsdiskurs – Theologien, Geschichts- und Sozialwissenschaft, Religionsvertreter*innen – ein klareres Profil und finden daher leichter Gehör? Schreckt „die Religionswissenschaft“ im Unterschied zu anderen Akteur*innen vor Bewertungen von Sachverhalten eher zurück und flüchtet sich – aus ihrem wertneutralen Selbstverständnis heraus – in Abwägungen, die sich medial jedoch weniger gut vermitteln lassen? Wollen manche Fachvertreter*innen sich zu vermeintlich brisanten Themen womöglich öffentlich gar nicht äußern, obwohl sie Substantielles dazu sagen könnten? Und: Wie stark ist der Einfluss der Kirchen auf die deutschen Medien, und wie wirkt sich dies auf die Position der Religionswissenschaft aus? Diese und ähnliche Fragen sollen aus journalistischer und religionswissenschaftlicher Perspektive erörtert und gemeinsam diskutiert werden.